Kolumbien: Extrem-Outsourcing bei Coca-Cola ist wie Arbeits-Apartheid

Im Rahmen verschiedener Treffen in Bogotà, bei denen Aufmerksamkeit für die angespannte Situation der Bananenarbeiter in Urabá, Kolumbien, erzeugt werde sollte,hat Rel-UITA Gewerkschaftsvertreter und -aktivisten von SICO interviewed. Die Gewerkschaften von Coca-Cola Bogotà und Villaviciencio waren SICO im März beigetreten (ein Bericht hierzu auf Spanisch).

Interview-Partner waren Gewerkschaftspräsident Julio Rubén Padilla, Bildungssekretär Pablo Alfonso Carbajal, und der Aktivist Macario Pérez Petro.

 

Im Folgenden eine Zusammenfassung des Interviews: 

(Das vollständige Interview auf Spanisch auf der Seite von Rel-UITA)

Die Gesprächspartner betonten, dass bei Coca-Cola in Bogotá, Teil von FEMSA Panamco, eines der grössen Probleme die extremen Formen von Outsourcing in Verkauf und Distribution seien. Während im Vorvertrieb (Pre-sales) die Beschäftigten zumindest von einer Outsourcing-Firma permanente Arbeitsverträge erhielten, seien die Lieferfahrer ein einer schlechteren Situation: sie würden als "selbständige" Unternehmer behandelt, denen eine Verkaufszone zugewiesen werde, und die eine Kommission für jede verkaufte Kiste erhalten. Sie stellen wiederum selbst Hilfskräfte ein.

Es gibt nur 6 permanente Beschäftigte in Verkauf und Lieferung für das gesamte Gebiet, während ca. 300 prekäre Beschäftigte mit einem Niedriglohn abgespeist werden, der auch noch Prämien, Urlaubsgeld und Arbeitslosenversicherung abdecken soll. 

In Produktion und Lager sind ebenfalls einige Funktionen mit prekären Beschäftigten besetzt, z.B. die Verlader in der Nachtschicht.

Die prekäre Beschäftigung verschlechtert nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch gewerkschaftliche Rechte - denn diese Beschäfigten können nicht der Gewerkschaft beitreten.

Die Gewerkschaft bei Coca-Cola Bogotá registrierte mit grossem Interesse, dass zum Beispiel der Standort Carepa, ebenfalls in Kolumbien,  ohne Outsourcing dennoch profitabel produziert.

Nachdem die Gewerkschaft nun Mitglied von SICO und damit auch der IUL und FELATRAC ist, fühlt sie sich nunmehr mit mehr Informationen und stärkerer Unterstützung besser gerüstet, um dieser Situation entgegenzutreten. 

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