CCH kauft die eigenen Aktien

Am 27.4. hat eine ausserordentliche Aktionärsversammlung von Coca-Cola Hellenic  grünes Licht für einen Aktienrückkauf von bis zu 5% der ausgegebenen Aktien gegeben (CCH Presserklärung auf Englisch). Bei einem Aktienpreis zwischen 1 und 20 Euro wird das Ausgaben zwischen 18,3 und 380 Mio EUR nach sich ziehen. Beim derzeitigen Aktienpreis von ca. 11.66 EUR wären die Kosten einer vollen Umsetzung des Programms ca. 213 Mio EUR - zusätzliche Ausgaben für ein Unternehmen, dass einen Rückgang des Profites bilanziert hat und seinen Beschäftigten in allen Ländern erklärt, die Krise erfordere strikte Finanzdisziplin. 

Was steckt hinter dieser Aktion? Eine unparteiische Definition (hier von wikipedia)sagt folgendes "Ein Aktienrückkauf verteilt Bargeld an die aktuellen Aktienbesitzer im Tausch gegen einen Teil der ausgegebenen Anteile". Das bedeutet, die Aktienbesitzer erhalten Cash, und die Zahl der Aktien auf dem Markt wird entsprechend vermindert. Warum sollte ein Unternehmen das tun? Wiederum wikipedia:

"Unternehmen, die profitabel arbeiten, haben normalerweise zwei Verwendungszwecke für diese Profite. Erstens wird ein Teil der Profite normalerweise an die Aktienbesitzer als Dividende ausgezahlt. Der Rest, der als Gewinnrücklage bezeichnet wird, bleibt im Unternehmen und wird für Investitionen in die Zukunft des Betriebs verwendet. Wenn ein großer Teil der Gewinnrücklagen profitabel reinvestiert werden kann, wird dies vermutlich auch geschehen. Manchmal jedoch stellen Unternehmen fest, dass ein Teil oder die gesamten Gewinnrücklagen nicht profitabel investiert werden können." In der aktuellen Krisensituation und bei fallendem Konsum, hat CCH offenbar entschieden, dass es nicht an der Zeit sei, die enormen Profite, die das Unternehmen in 2008 noch erzielt hat, 425 Mio Euro, zu reinvestieren. Während der Generaldirektor der Coca-ColaCompany, Muhtar Kent, permanent betont, dass es wichtig sei, weiter in das Geschäft zu investieren, gibt einer der grössten Bottler in einem der wichtigsten aufstrebenden Märkte sein Geld lieber in Cash and die Aktionäre zurück.

Das Unternehmen hat somit den scheinbar leichteren Weg gewählt, das "Ergebnis per Aktie" auf hohem Niveau zu halten - also den Profit pro existierender Aktie, den das Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum erwirtschaftet. Wenn weniger Aktien im Umlauf sind (weil einige davon zurückgekauft und annulliert oder zurückgelegt worden sind), wird der Profit unter einer geringeren Zahl von verbliebenen Wertpapieren geteilt. Das Geschäft muss nicht mehr wachsen, um die Investoren glücklich zu machen... 

Wikipedia nennt noch einen "anderen Grund warum speziell leitende Manager Aktienrückkäufe bevorzugen könnten, der darin besteht, dass ihre Gehälter oft an ihre Fähigkeit gebunden sind, bestimmte Zielvorgaben für das Ergebnis pro Aktie zu erreichen." Das bedeutet, wenn die Ergebnisse pro Aktie durch den Aktienrückkauf auf hohem Niveau gehalten werden, können Manager ihre hohen Einkommen aufrechterhalten, selbst wenn das Geschäft schlecht läuft.Die Beschäftigten jedoch werden nur die Negativentwicklung zu spüren kriegen, für sie fällt von den Ergebnissen pro Aktie nichts ab! Wir kennen die Anreiz-Systeme für CCH-Manager nicht. Wir können nur hoffen, dass die jetzt angekündigte Aktion kein billiger Trick, um persönliches Einkommen aufrecht zu erhalten. 

Wir wissen eines jedoch mit Sicherheit - ein Unternehmen, das genügend Geld hat, um ca. 200 mln Euro für seine eigenen Aktien auszugeben, ist nicht so knapp bei Kasse wie die Unternehmensleitung die Beschäftigten glauben machen möchte.

Das Unternehmen fordert seine Beschäftigten auf, den Gürtel in Zeiten der Krise enger zu schnallen und tut so, als sässen wir alle im selben Boot.  Während hunderte von Leuten durch Arbeitsplatzabbau über Bord geworfen werden, wird gleichzeitig alles getan, damit die Aktionäre wohlgenährt ihre Party auf Deck fortsetzen können...

 

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