Berlin: Coca-Cola-Beschäftigte protestieren vor der CCEAG-Zentrale

Ungefähr 1000 Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am 9.Mai am Brandeburger Tor und zogen zur Zentrale der CCEAG, dem Coca-Cola-Bottler in Deutschland.

Neben Beschäftigten der Standorte Kaiserslautern und Münster beteiligten sich Kolleg/innen aus anderen Coca-Cola-Standorten, NGG-Aktivist/innen, sowie Solidaritätsdelegationen von Opel, Reichelt und anderen von Schliessung bedrohten Unternehmen. Zusammen richteten sie eine laute und klare Botschaft an das Management: Sie sind nicht bereit, eine Schliessung der beiden Standorte zu akzeptieren.Zuvorhatten schon lokale Demonstrationen stattgefunden - in Kaiserslautern waren 2500 Beschäftigte und ihre Unterstützer/innen gekommen. Verschiedenen Politiker/innen haben ebenfalls ihre Unterstützung zu gesagt.

Coca-Cola plant, Arbeitsplätze an den beiden Standorten abzubauen, trotze eines Tarifvertrages, das betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2009 ausschliesst. Das Unternehmen behauptet, es werde alternative Arbeitsplätze anbieten - diese sind aber bis zu 120 km vom bisherigen Standort entfernt. Die Gewerkschaftsanwälte kommentierten bei der Demonstration - "Wir nennen das kalte Kündigung, weil das Ziel ist, das die Leute das Unternehmen trotz des Tarifvertrages verlassen."

Vor dem Eingang der Unternehmenszentrale kritisierten Sprecher von NGG, Gesamtbetriebsrat, der  beiden Standort, Politiker und der sich solidarisierenden Betriebe die Entscheidung, die beiden Produktionen zu schliessen, die schwarze Zahlen schreiben. Sie betonten, dass die Einsparungen durch diese Kostensenkungsmassnahme allein schon von den erhöhten Konzentratpreisen der Coca-Cola Company leicht wieder aufgefressen werde. 

Die sozialen Konsequenzen des Schritts, der de facto die Beschäftigten, die zum Teil seit Jahrzehnten für Coca-Cola arbeiten, in die Arbeitslosigkeit zwingen würde, wären gerade in den beiden ohnehin krisengeplagten Regionen schwerwiegend:insbesondere für ältere Beschäftigte dürfte es extrem schwierig sein, neue Jobs zu finden.

"Weil Millionengewinne nicht reichen, müssen Arbeitsplätze weichen (...) Was uns hier eint, ist: wir kämpfen für Arbeitsplätze, dass wir morgen ein Einkomen haben, mit dem wir unsere Familien ernähren können". sagte Claus-Harald Guester, stellvertretender NGG-Vorsitzender.

Die Redner betonten auch, dass die beiden Standorte ökologisch sinnvollere Mehrwegflaschen abfüllen, die auch mehr Arbeitsplätze sichern als Einwegproduktion. 

Die Standorte zu schliessen, würde auch das Verkehrsaufkommen in den beiden Regionen erhöhen, da Getränke dann von ausserhalb in die Regionen gebracht werden müssten. 

Die Entscheidung wurde auch als aus unternehmenspolitischer Sicht falsch kritisiert, weil sie Kompentenzen in Coca-Cola's Kerngeschäft abbaue. 

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Johan Botell sagte - "wir repräsentieren hier auch all die anderen Standorte, die ebenfalls von Schliessung bedroht sind. (...)Denn vor uns stehen sehr schwere Tarifauseinandersetzungen. Wir werden uns wieder das erkämpfen müssen, was wir heute haben, mindestens. Und ich sage dem Vorstand ganz klar - rüstet Euch, wir stehen solidarisch zusammen!"

Vertreter der beiden Standorte bezogen klare Positionen: "Wir wollen die Abfindung nicht, wir wollen unsere Arbeitsplätze behalten" sagte Joachim Reichenbach vom Betriebsrate in Kaiserslautern.

Auf Transparenten klagten die DemonstrantInnen Coca-Cola an "Coca-Cola nimmt meinem Papa Arbeit und Brot","Arbeitsplätze werden vernichtet und dem Land bleiben die Abgase", “We will go to Atlanta – yes, we can!”, ”Profitgier macht Betriebe platt - wir sind es leid, wir haben's satt”. Einige Demonstranten trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Profitgeier Coca-Cola". Stickers und Buttons forderten “Coca-Cola muss in Kaiserslautern bleiben”.

Einige Beschäftigte hatten ihre Kinder mit nach Berlin gebracht. Sie trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Coca-Cola hat kein Herz für uns Kinder!"

 

Die Protestaktionen werden fortgesetzt. Es gibt ein Video von der Demonstration und  Fotos auf der Webseite der NGG. Weiter Foto sind hier.

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