Deutschland: NGG und CCEAG vor Tarifkonflikt?

„Die CCEAG hat ihre vorletzte Chance auf eine friedliche Lösung vertan“ – so kommentierte Claus-Harald Guester, der Verhandlungsführer der deutschen IUL-Mitgliedsgewerkschaft NGG in den Tarifgesprächen mit dem deutschen Coca-Cola-Bottler CCEAG, die mittlerweile siebte Tarifrunde zur Beschäftigungssicherung bei Coca-Cola in Deutschland.

Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln über die Verlängerung eines Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung, der 2006, kurz vor der Fußballweltmeisterschaft, von den Beschäftigten durchgesetzt worden war, und allen Mitarbeiter/innen eine Beschäftigungsgarantie sichert.

In den diesjährigen Verhandlungen stellen sich die Arbeitgeber bisher taub für die berechtigten Anliegen der Gewerkschaft, auch weiterhin gute und reguläre Arbeitsplätze bei Coca-Cola in Deutschland zu sichern. Es gibt auch nach sieben Verhandlungsrunden noch keinen Vorschlag der Geschäftsleitung zu dieser Frage.

Vielmehr zielt die Geschäftsleitung auf ein Schreckensprogramm ab – u.a. die Schließung von 4 Produktions- und 20 Distributionsstandorten, die Ausweitung der Arbeitszeit, verstärkten Einsatz von Leiharbeit sowie Outsourcingmaßnahmen in der Auslieferung.

Die Gewerkschaft erklärte daraufhin „Wir sind zu allen Maßnahmen bereit!
Wenn der Vorstand glaubt, wir würden in Tarifverträgen vereinbaren, dass Produktionen und Verkaufsniederlassungen geschlossen werden, dann hat er sich geschnitten. Wir haben weitgehende Vorschläge gemacht. Wir haben ein Interesse am Bestand des Unternehmens. Wir lassen uns nicht zur Schlachtbank führen. Sie werden unseren Widerstand zu spüren bekommen!“

Eine letzte Verhandlungsrunde Ende März hält die Chancen offen, zu einer friedlichen Einigung zu kommen. Danach endet die Friedenspflicht, und die Aktivist/innen im Betrieb bereiten die Belegschaft auf eine harte Auseinandersetzung vor.

NGG und IUL stehen in engem Kontakt, um im Konfliktfall effektiv zusammenarbeiten zu können. Das Thema wird auch einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte beim nächsten Treffen von IUL-Mitgliedsorganisationen mit Coca-Cola Management in Atlanta am 24.März 2010 sein.

Johan Botella, GBR-Vorsitzender und Mitglied des Lenkungsausschusses der internationalen Allianz der Coca-Cola-Beschäftigten: „Coca-Cola ist ein internationales Unternehmen, unsere Muttergesellschaft sitzt in Atlanta. Wir wissen, dass wir auch auf die Solidarität unserer Kolleg/innen weltweit zählen können. Denn die Vernichtung regulärer Jobs ist ein gemeinsames Problem.“

Wir werden die Mitglieder der Allianz regelmäßig über die weitere Entwicklung informieren.

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