Norwegische Gewerkschaften fordern Regierung auf, die Investitionen des Staatlichen Pensionsfonds bei Nestlé zu überprüfen
Der Fellesforbundet und die NNN, die norwegischen Mitgliedsverbände der IUL im Lebensmittelsektor, haben gemeinsam mit dem Landesgewerkschaftsbund LO das Finanzministerium aufgefordert, eine Evaluierung durchzuführen, um zu ermitteln, ob die Investitionen des Staatlichen Pensionsfonds bei Nesté mit seinen ethischen Investitionsrichtlinien vereinbar sind.
In dem betreffenden Schreiben, das auch vom IUL-Generalsekretär Ron Oswald unterzeichnet wurde, wird auf ein "Muster systematischer Menschenrechtsverletzungen" durch Nesté hingewiesen, wozu auch die hartnäckige Weigerung des Unternehmens gehört, Lohntarife in Kollektivverhandlungen einzubeziehen (wie dies in jüngster Zeit in Indonesien und Indien der Fall war). In seiner Pressemitteilung, in der der Fellesforbundet das Schreiben bekanntgemacht hat, wird dies als "eindeutige Verletzung von IAO-Ьbereinkommen ьber das Vereinigungsrecht und das Recht auf Kollektivverhandlungen und daneben als eindeutige Verletzung der ethischen Richtlinien des Staatlichen Pensionsfonds" bezeichnet. In dem Schreiben wird das Ministerium ferner "auf weitere Beispiele hingewiesen, in denen Nestlé nicht den Forderungen der ethischen Richtlinien an Unternehmen entspricht".
Der Staatliche Pensionsfonds ist mit einem Vermцgen von fast 400 Milliarden US-Dollar der größte Aktienbesitzer in Europa und weltweit der drittgrцЯte "Staatsfonds". Seine Anlagen bei Nestlé sind mit 2,85 Milliarden US-Dollar sein zweitgrößter Anlageposten.
Die vier Gewerkschaftsorganisationen bitten das Finanzministerium dringend, Maßnahmen zu treffen, um Druck auf Nestlé auszuüben, "grundlegende IAO-Übereinkommen und die ethischen Richtlinien des Pensionsfonds einzuhalten. Falls sich die Aufnahme eines konstruktiven Dialogs als unmцglich erweist, sollte das Finanzministerium die Auflösung seiner Investitionen bei Nestlé in Erwägung ziehen".