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Der Lenkungsausschuss des europäischen Betriebsrates von Nestlé verurteilt die Nespressionen in Indonesien, Tunesien, Russland, GB, Ungarn und Spanien

Während die SBNIP, die Gewerkschaft der Beschäftigten von Nestlé Indonesien in Panjang, immer noch keine Gelegenheit erhalten hat, ihr Recht auf Lohnverhandlungen auszuüben, und die Gewerkschaft der Nestlé-Beschäftigten in Tunesien um die vollständige Umsetzung eines mit dem Unternehmen und den staatlichen Arbeitsbehörden im Januar unterzeichneten Abkommens kämpft, um einen Arbeitskampf zu beenden, geraten nun auch die Gewerkschaften in Europa unter Druck, wenn sie grundlegende Rechte wie die Gründung von Gewerkschaften und den Schutz der Interessen ihrer Mitglieder wahrnehmen.

Die Mitglieder des Lenkungsausschusses des Nestlé EBR wurden auf einer Tagung am 8. März über den Stand der anhaltenden Konflikte informiert. Bezüglich des Konflikts bei Nestlé Waters in Russland (Diskriminierung der Arbeitnehmer, die sich der Gewerkschaft anschlossen, und die fadenscheinig begründete Entlassung eines führenden Gewerkschafters) vereinbarten die Ausschussmitglieder, die Protestschreiben an die russische Unternehmensleitung zu intensivieren. Die deutschen Nestlé-Gewerkschafter, die sich persönlich an den Generaldirektor von Nestlé Russland gewandt hatten, da dieser zuvor in leitender Funktion in Deutschland tätig gewesen war, erklärten sich bereit, die vage und nichts sagende Antwort, die dieser ihnen geschickt hat, entsprechend scharf zu beantworten.

In GB kündigte Nestlé im November einen landesweiten Lohnstopp an, fügte jedoch hinzu, dass die Beschäftigten Lohnerhöhungen in Form von leistungsbedingten Bonuszahlungen erhalten würden. Die britischen Betriebsvertrauensleute und ihre Gewerkschaften haben diesem Versuch, Tarifverhandlungen mit willkürlich verfügten Lohnanpassungen zu ersetzen, eine Absage erteilt. Da Nestlé UK seit der Ankündigung in keinem seiner Betriebe Verhandlungen aufgenommen hat, die diesen Namen verdienen, bereiten die Gewerkschaften nun eine Abstimmung durch die Mitgliedschaft vor, ob auf diesen Angriff auf das Verhandlungsrecht der Gewerkschaften mit Arbeitskämpfen reagiert werden soll.

In Ungarn, wo Nestlé keine Löhne, sondern ein aus Lohnnebenleistungen und Löhnen bestehendes Paket verhandelt, kämpft die Gewerkschaft darum, dass dieses System fairer und transparenter gestaltet wird. Die in dem Paket vorgesehene Höhe der Lohnnebenleistungen ist für alle gleich, dennoch verteilt Nestlé den Bestandteil Lohnerhöhung nach eigenem Ermessen. Nestlé Ungarn übt nun Druck auf die Gewerkschaft aus, dem von ihm vorgeschlagenen Paket zuzustimmen, das ein neues Gehaltsstufensystem enthält – wobei das Unternehmen aber beabsichtigt, dieses erst zu einem späteren Zeitraum festzulegen. Die Gewerkschaft weigert sich, die Interessen ihrer Mitglieder durch die Unterzeichnung eines Blankoschecks abzugeben.

In Spanien haben die Verhandlungen über die Verlängerung des Tarifvertrags im Tiefkühlkostbetrieb von Valladolid einen Stillstand erreicht, wobei Nestlé seine Ziele auch hier unter Anwendung von Nespressionen verfolgt. Ein Versuch, den Verhandlungsausschuss der Gewerkschaft zu untergraben und bei den Beschäftigten Unterschriften zugunsten des Tarifverhandlungsvorschlags des Unternehmens zu sammeln, ging nach hinten los: Die Arbeitnehmer/innen hielten dem Druck stand und erklärten, hinter den Forderungen ihres Verhandlungsausschusses zu stehen.

Der Lenkungsausschuss des Nestlé EBR verurteilt die Diskriminierung der Gewerkschaftsaktivist/innen, die Angriffe auf die Tarifverhandlungsrechte und die Versuche, den Tarifverhandlungsprozess zu untergraben, und erklärt sich mit den Gewerkschaften und Arbeitnehmer/innen und ihrem Kampf gegen Nespressionen solidarisch.