Stoppt Nespressionen! Verteilung von Flugblättern und Pressekonferenz in Moskau

Am 26. Februar verteilten russische Gewerkschaftsaktivist/innen als Teil ihrer anhaltenden Kampagne für die Wiedereinstellung von Sergej Strykow Flugblätter vor dem Nespresso-Laden in Moskau. Dem Geschäftsführer wurde ein Protestschreiben übergeben, das den permanenten Druck verurteilt, den das Unternehmen auf die Gewerkschaftsaktivisten ausübt, wobei diese Praxis bereits einen eigenen Namen hat: Nespressionen. Das Schreiben wurde jedoch in einer für Nestlé typischen Zurschaustellung seiner Arroganz und Geringschätzung der öffentlichen Meinung zurückgewiesen.

Die Ende Januar erfolgte Entlassung von Sergej Strykow, einem der führenden Funktionäre der Gewerkschaft der Nestlé Waters Beschäftigten, hat eine weit über Russland hinaus gehende Protestwelle ausgelöst. Dennoch werden die zahlreichen Proteste der Gewerkschaften von der Unternehmensleitung weiterhin ignoriert. So wurde in Russland Hr. Tratsewski mit der Beantwortung der Protestschreiben beauftragt – das ist der Werksleiter, der die Kampagne gegen die Gewerkschaft eingeleitet hat und für die Entlassung von Sergej Strykow verantwortlich ist. Dieser unverhohlen zur Schau gestellte Zynismus gegenüber den Rechten der Arbeitnehmer enthüllt den wahren Wert, den das Unternehmen der "gemeinsamen Wertschöpfung" beimisst, auch wenn es ständig das Gegenteil behauptet.
Inzwischen wird die Vorgangsweise Nestlés von den russischen Medien mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt. Am 18. Februar fand im unabhängigen Pressezentrum von Moskau eine Pressekonferenz statt, auf der die Praktiken des Konzerns unter die Lupe genommen wurden.
