Nespressionen suchen Pakistan heim

Kaum hatte Nestlé 2007 sein Werk in Kabirwala, Pakistan zur größten Molkerei des Konzerns in der Welt erweitert, als die Firmenleitung schon versuchte, die Gewerkschaft zu schwächen und ihren energischen und leistungsstarken Vorsitzenden Mohammad Hussein Bhatti anzugreifen, den sie im Juni 2007 freistellte, weil er sich gegen die Einmischung der Firmenleitung in die Gewerkschaftswahlen gewehrt hatte (siehe in Englisch: Firmenleitung greift in Gewerkschaftswahlen ein, entlässt Gewerkschaftsvorsitzenden und missachtet Gerichtsverfügungen). Später musste Nestlé diesen Schritt allerdings rückgängig machen, und Bhatti wurde wiedereingestellt.
Der Druck auf die Gewerkschaft hielt jedoch an und hat wieder einen neuen Höhepunkt erreicht, weil die Gewerkschaft beschloss, die zahlreichen Vertragsarbeiter im Betrieb als Mitglieder aufzunehmen und 250 Vertragsarbeitern/innen dabei zu helfen, gemäß den gesetzlichen Vorschriften den Status von Dauerbeschäftigten zu erlangen, indem sie entsprechende Klagen beim Arbeitsgericht einreichte. Bhatti und der IUL-Mitgliedsverband National Federation of Food, Beverage and Tobacco Workers hatten die Casual-T Kampagne in der Lipton Teefabrik von Unilever im nahegelegenen Khanewal tatkräftig unterstützt - und es scheint, die lokale Nestlé-Firmenleitung ist entschlossen, ähnliche Forderungen nach einem Ende der gesetzwidrigen prekären Beschäftigungsverhältnisse abzuwehren.
Während das Gericht durch `Aussetzungsbeschlüsse´ die Firmenleitung anwies, den Status der Vertragsarbeiter/innen bis zur endgültigen Entscheidung über die eingereichten Klagen nicht zu verändern, kündigte die Firmenleitung die Verträge zahlreicher Arbeiter/innen und lud in einer gezielten Provokation neue Vertragsarbeiter/innen zu einer `Besichtigung´ der Fabrik ein, womit sie den Eindruck erweckte, dass diese die Kollegen und Kolleginnen ersetzen sollten, die dafür kämpften, nach jahrelanger prekärer Beschäftigung eine Daueranstellung zu erhalten.
Statt der Forderung der Gewerkschaft zu entsprechen, über den Beschäftigungsstatus der prekären Arbeitnehmer/innen in diesem `Weltklasse´betrieb zu verhandeln, versuchte die Firmenleitung, die lokale Öffentlichkeit gegen die Gewerkschaft und ihren Vorsitzenden zu mobilisieren und löste eine Reihe von Zwischenfällen und Provokationen aus, wie falsche Strafanzeigen (die anschließend vom Gericht zurückgewiesen wurden) und die Anstachelung extremistischer religiöser Organisationen, gegen die Gewerkschaft vorzugehen. Am 10. Oktober wurde der Gewerkschaftsvorsitzende Bhatti von Sicherheitskräften am Werkseingang angehalten und davon unterrichtet, dass er für die Dauer von vier Tagen freigestellt worden sei. Seither sind diese Freistellungen für die Dauer von jeweils vier Tagen ständig wiederholt worden.
Stoppt Nespressionen!
Hier klicken, um eine Botschaft an Nestlé zu senden! Die Firmenleitung in Pakistan muss die Freisetzung des Gewerkschaftsvorsitzenden Bhatti rückgängig machen, ihre Provokationen, Einschüchterungen und Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern und -funktionären einstellen und gutwillige Verhandlungen mit der Gewerkschaft Kabirwala aufnehmen.