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Nestlé Gewerkschaftsnetz




In seinen Unternehmensgrundsätzen verpflichtet sich Nestlé, "das Recht der Mitarbeiter auf die Gründung von oder den Beitritt - bzw. den Verzicht auf einen Beitritt - zu gesetzlich anerkannten Gewerkschaften zu respektieren", und "jegliche Handlung zu unterlassen, die das Recht eines Mitarbeiters, frei über einen Beitritt, Beitrittsverzicht oder Austritt aus einer solchen Arbeitnehemervertretung zu entscheiden, einschränkt". In der Nescafé-Fabrik in Panjang, Indonesien versucht die Gewerkschaft seit Dezember 2007, auf dem Verhandlungswege zwei grundlegende Forderungen durchzusetzen: dass Lohnerhöhungen durch Kollektivverhandlungen festgelegt und die Lohntarife in den Tarifvertrag einbezogen werden sollten. Die Unternehmensleitung erklärt jedoch, es sei nicht die Politik des Unternehmens, über Löhne zu verhandeln, und Lohntarife seien "vertraulich"!

Die Unternehmensleitung gründete eine Pseudogewerkschaft und übte Druck auf die Arbeitnehmer aus, dieser beizutreten. Als sich Gewerkschaftsmitglieder weigerten, fälschte die Unternehmensleitung einfach ihre Unterschriften auf Mitgliedsunterlagen! Dieser Konflikt ist Gegenstand einer Eingabe der IUL bei der OECD wegen schwerwiegender Verletzungen der OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen, nach denen Unternehmen verpflichtet sind, internationale Übereinkommen über Gewerkschaftsrechte einzuhalten. Nestlé behauptet, diesen Richtlinien in vollem Umfang nachzukommen! Doch in Panjang wird neu eingestellten Arbeitnehmern erklärt, sie könnten einer Gewerkschaft "beitreten oder nicht beitreten", und es werden ihnen gleichzeitig zwei Dokumente ausgehändigt: der Beschäftigungsvertrag und ein Antrag auf Beitritt zu einer Organisation mit der Bezeichnung FKBNI, die das Unternehmen gegründet hat und fördert, um die von den Arbeitnehmern gebildete Gewerkschaft SBNIP zu vernichten.

In seinen Unternehmensgrundsätzen verpflichtet sich Nestlé ferner zu einem "konstruktiven Dialog" mit Gewerkschaften. Im November 2008 forderte in Indien die Federation of All India Nestlé Employees, die Arbeitnehmer in vier Fabriken vertritt, eine Erhöhung der Löhne entsprechend der Inflationsrate. Nestlé ließ die Gewerkschaft wissen, es werde die Forderung prüfen - und erklärte danach gegenüber dem Gericht, die Forderung sei "völlig unvernünftig, ungerechtfertigt und unhaltbar", als es eine Verfügung beantragte und erreichte, die es den Arbeitnehmern dauerhaft untersagt, "sich vor den Fabriktoren zu versammeln" und "Treffen abzuhalten"! In Bezug auf Lohnverhandlungen behauptet das Unternehmen, hierfür bestehe keine Notwendigkeit - "das Unternehmen hatte im vorigen Jahr eine wissenschaftliche Erhebung durchgeführt", um das angemessene Entgelt zu ermitteln!

Es bedurfte einer einjährigen anhaltenden Mobilisierungskampagne mit Streikaktionen und Protesten sowie einer Eingabe der IUL bei der OECD, mit der die mehrfachen Verletzungen der OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen durch Nestlé dokumentiert wurden, ehe Nestlé schließlich einwilligte, die Gewerkschaften anzuerkennen und über Tarifverträge zu verhandeln - auch über die Löhne, die die Unternehmensleitung zuvor als "geheim" bezeichnet hatte.Die Gerichtsverfügung, durch die die Versammlungsfreiheit eingeschränkt wurde, ist jedoch nach wie vor in Kraft.

Nach einem Streik bei Nestlé Hongkong im Juni 2008 machte Nestlé eine Reihe von Zusagen in Bezug auf die Korrektur missbräuchlicher Arbeitspraktiken, die die Öffentlichkeit schockiert hatten. Das Unternehmen weigerte sich jedoch hartnäckig, die Gewerkschaft anzuerkennen, und griff statt dessen die Gewerkschaftsführer an und und entließ den Gewerkschaftsvorsitzenden unrechtmäßig, was zu einem weiteren Streik und anschließend zur Wiedereinstellung des Entlassenen führte. Durch die anhaltende Organisierungs- und Kampagnentätigkeit der Gewerkschaft und die laufende Unterstützung der IUL wurde die Unternehmensleitung schließlich gezwungen, die Gewerkschaft anzuerkennen, obgleich es das Unternehmen weiterhin ablehnt, das Recht auf Kollektivverhandlungen einzuhalten.

In Korea versuchte die Gewerkschaft im Februar 2009, die Bestätigung für Pressemeldungen zu erhalten, wonach die Betriebe des Unternehmens verkauft würden. Die Unternehmensleitung lehnte es ab, hierüber mit der Gewerkschaft auch nur zu diskutieren, wobei sie zunächst behauptete, der Verkauf der einzigen Fabrik des Landes sei ein "Gerücht" - und später abweichend versicherte, das Geschäft sei nicht zustande gekommen oder werde noch diskutiert! Die Arbeitnehmer hatten keine Möglichkeit zu erfahren, ob sie am nächsten Tag noch für Nestlé tätig sein würden - und natürlich auch keine Möglichkeit, über die Beschäftigungsbedingungen bei einem potenziellen neuen Eigentümer zu verhandeln. Nach täglichen Protestaktionen, die sich über fünf Monate erstreckten, und einer weiteren Klage der IUL bei der OECD gab Nestlé schließlich seine Pläne, die Fabrik zu verkaufen, auf. Danach gelang es der Gewerkschaft, erfolgreich über einen neuen Tarifvertrag zu verhandeln.

Getreu seiner üblichen Verhaltensweise weigerte sich Nestlé, irgendeine Verpflichtung einzugehen, transparent zu handeln und die Gewerkschaft zu unterrichten, und bereitete damit den Boden für ...

Die nächste Täuschungsrunde, diesmal in Tunesien, wo die Arbeitnehmer der Nestlé-Speiseeisfabrik in Karthago im November 2009 durch einen Anschlag am schwarzen Brett davon unterrichtet wurden, dass ihre Fabrik verkauft worden sei. "Gemäß seiner Politik des sozialen Verantwortungsbewusstseins", hieß es in dem Anschlag, "hat Nestlé alles unternommen, um die Arbeitsplätze zu bewahren, die Rechte der betroffenen Arbeitnehmer zu schützen und den Produktionsstandort aufrechtzuerhalten.

Trotz zweier Streiks und der Intervention der Arbeitsaufsicht lehnt es Nestlé hartnäckig ab, die Verkaufsbedingungen und ihre Folgen für die Beschäftigung bekanntzumachen. Die Arbeitnehmer kämpfen nach wie vor dafür, dass Nestlé die Einzelheiten des verheimlichten Verkaufs ihrer Arbeitsstätte bekanntmacht.



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Nespressionen: Nestlé Indonesien
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