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Warnstreik bei Wurstfabrik Herta (Protest strike at Herta Meats in Berlin)

Die Beschäftigten der Wurst- und Fleischwarenfabrik Herta in Berlin-Spandau haben am 21. August für einen Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Grund ist das Kostensenkungsprogramm des Unternehmens.

Workers at the Herta meat plant in Berlin staged a walk-out on August 21 in protest against Nestlé's cost-cutting programme for the Herta business.

Nestlé has given the workers and their union an ultimatum: either accept the cost cuts or we'll close the factory. The NGG has calculated that if Nestlé gets its way, workers on average would have to surrender EUR 5100 of their yearly income.

Amongst other measures, Nestlé is demanding cuts in hourly wage rates and the introduction of lower rates for new hires; cuts in overtime, shift and holiday bonuses; reductions in the number of vacation days and paid legal holidays; the extension of weekly working time from 38.5 to 40 hours.

Similar cuts are being demanded at Herta's 2 other production sites in Germany.

Warnstreik bei Wurstfabrik Herta
Berliner Zeitung, 22.08.2006

Die Beschäftigten der Wurst- und Fleischwarenfabrik Herta in Berlin-Spandau haben gestern für einen Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Grund ist das Kostensenkungsprogramm des Unternehmens. "Die Arbeitnehmer sollen Lohnkürzungen von durchschnittlich bis zu 5 100 Euro pro Jahr hinnehmen, das kann nicht sein", sagte der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Ostbrandenburg, Uwe Ledwig.

Entweder Lohnkürzung oder Werkschließung - heiße die Vorgabe des Unternehmen, sagte Ledwig. "Das ist das reine Diktat." Herta gehört zum Nestlé-Konzern. Das Unternehmen wolle 1,2 Millionen Euro sparen - durch Lohnsenkungen und Entlassungen. In Berlin solle die Belegschaft von 139 auf 105 Beschäftigte verringert werden, sagte Ledwig. Außerdem befürchtet die NGG eine Lohnsenkung von etwa fünf Prozent.

Ein Sprecher von Nestlé Deutschland betonte hingegen, dass es nicht um eine Lohnkürzung gehe, sondern um die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden - natürlich ohne Lohnausgleich.

Nicht nur die Fabrik in Berlin-Spandau ist von Kürzungen betroffen. Auch den Herta-Standorten in Herten (Nordrhein-Westfalen) und Neuenkirchen (Niedersachsen) drohen Einschnitte.

Für die Streikenden gab es symbolisch trockenes Brot. Außerdem luden sie einen großen Müllberg Nestlé-Verpackungen vor dem Tor ab. "Als Kritik an diesem internationalen Konzern, der meint, einfach diktieren zu können, wie es bei uns laufen soll. In Berlin war das die erste Scheibe trocken Brot für Herta", sagt der NGG-Geschäftsführer.

Warnstreikankündigung