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Die finnischen Gewerkschaften machen gegen eine massive Attacke der Regierung auf Kollektivverhandlungen mobil

15 September 2015 News
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Die finnischen Gewerkschaften machen gegen den Plan der Rechtsregierung mobil, durch Kollektivverhandlungen ausgehandelte Löhne und Leistungen einseitig zu kürzen.

Am 9. September kündigte die neue Rechtsregierung eine Reihe von Massnahmen an, die mit Beginn des Auslaufens von Kollektivvereinbarungen im nächsten Jahr gesetzlich durchgesetzt werden sollen, nachdem die Gewerkschaften die Zustimmung zu den Plänen verweigert hatten. Diese sehen unter anderem eine erhebliche Kürzung des Ausgleichs für Überstunden-, Wochenend- und Nachtarbeit, einen Wegfall der Vergütung des ersten Krankheitstags der Beschäftigten und eine Kürzung des Krankengelds für die Tage 2-9 sowie eine Kürzung und Beschränkung des Jahresurlaubs auf 30 Tage (5 Wochen sind in vielen Sektoren die Norm) und die Abschaffung von zwei nationalen Feiertagen vor, die zu Arbeitstagen oder unbezahlten Urlaubstagen werden würden.

Nach Schätzungen der Gewerkschaften hätten diese Massnahmen Lohneinbussen in Höhe von 4-6% zur Folge, wobei die Schwächsten, darunter Teilzeitbeschäftigte und weibliche Arbeitnehmer, am stärksten getroffen würden.

Die nationalen Gewerkschaftszentralen SAK, STTK und Akava haben für den 18. September zu einer Massenkundgebung aufgerufen, um die geplante Gesetzgebung als eine massive Attacke auf Kollektivverhandlungen zu verurteilen, durch die  Übereinkommen der IAO und internationale und europäische Menschenrechtsinstrumente verletzt werden.