Home

Gewerkschaftliche Massnahmen zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

22 November 2017 Editorial
Druckversion

StopViolenceAgainstWomenFrauen sind am Arbeitsplatz ständig Gewalt ausgesetzt, die von sexueller Belästigung bis zu körperlichen Übergriffen reicht. Reale und angedrohte Gewalt ist das Fundament der systematischen geschlechtlichen Diskriminierung, die unsere Arbeitsstätten und unsere Gesellschaften durchdringt. Der Tag der Vereinten Nationen zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen - der 25. November - bietet den Gewerkschaften in aller Welt einen Anlass, für Massnahmen gegen alle Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt mobil zu machen, insbesondere aber am Arbeitsplatz, wo die Gewerkschaften etwas bewirken können.

Trotz der sich häufenden Beweise dafür, dass Belästigung, Missbrauch und Gewalt am Arbeitsplatz weit verbreitet sind, widersetzen sich viele Regierungen und Arbeitgeber nach wie vor Bemühungen um die Ausarbeitung eines internationalen Übereinkommens gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz, die auf der Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz der IAO im Juni nächsten Jahres zur Beratung ansteht. Die Gewerkschaften sollten internationalen Druck aufbauen, um dafür zu sorgen, dass es dabei vorangeht. Sie müssen mit der Problematik aber auch auf die Strasse und in die Betriebe gehen.

Auf dem jüngsten 27. IUL-Weltkongress, auf dem die männlichen Delegierten sich geschlossen verpflichteten, die Gewalt gegen Frauen zu stoppen, wurde einstimmig eine Entschliessung über die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz verabschiedet. Die Gewerkschaften beschlossen, der Frage Dringlichkeit und Vorrang einzuräumen durch Bemühungen, das ganze Ausmass geschlechtsspezifischer Gewalt zu dokumentieren und publik zu machen und die Frage im Rahmen von Kollektivverhandlungen mit den Arbeitgebern zur Sprache zu bringen, sowie durch politische Aktionen, auch durch den Aufbau von Unterstützung in ihren Ländern für ein IAO-Übereinkommen im Hinblick auf die Schaffung eines internationalen Rechtsrahmens. Der Kongress forderte die Mitgliedsverbände auch nachdrücklich auf, für die Umsetzung der mit Unilever und Sodexo unterzeichneten Vereinbarungen zur Verhinderung von sexueller Belästigung zu sorgen und sich für ähnliche Vereinbarungen mit anderen multinationalen Konzernen in unseren Sektoren einzusetzen.

Die Bekämpfung sexueller Belästigung und anderer Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz gehört seit vielen Jahren zu den vorrangigen Forderungen weiblicher Mitglieder der IUL weltweit. Im Handbuch der IUL zur Gleichstellung der Geschlechter von 2007 heisst es: 'Sexuelle Belästigung ist keine 'persönliche' Frage und auch keine Frauenfrage; es handelt sich dabei um einen Missbrauch, der nicht geduldet werden sollte, ungeachtet des Täters; bei ihrer Bekämpfung geht es um das Recht aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, nicht belästigt zu werden, und daher ist es eine Gewerkschaftsfrage.'

Der 25. November ist somit ein Tag, an dem wir die Gewerkschaften in aller Welt dringend dazu aufrufen, mobil zu machen und den Kampf konsequent weiterzuführen. "Wir müssen", wie in einer Erklärung (auf Englisch) der IUL- Region Asien/Pazifik anlässlich des 25. Novembers betont wird, "umfassende und weitreichende Massnahmen ergreifen, um Regierungen, Arbeitgeber und unsere eigenen Mitglieder zu zwingen, alle Formen von Gewalt gegen Frauen zu stoppen."