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Neues Gesetz sieht bezahlten Urlaub für Opfer von häuslicher Gewalt in Neuseeland vor

21 August 2018 News
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Ein neues, vom neuseeländischen Parlament verabschiedetes Gesetz sieht für Opfer häuslicher Gewalt 10 Tage bezahlten Urlaub vor, damit sie für ihre persönliche Sicherheit sorgen können. Nach dem Gesetz, das im April 2019 in Kraft tritt, müssen die Opfer die Gewalt nicht nachweisen, und sie haben Zugang zu flexiblen Arbeitsregelungen, damit sie leichter für ihre Sicherheit sorgen können.

Das Gesetz erkennt an, dass häusliche Gewalt Auswirkungen auf den Arbeitsplatz haben kann, und knüpft damit an die Erörterungen auf der diesjährigen Internationalen Arbeitskonferenz (IAK) an, auf der der Normensetzungsausschuss beschloss, dass der Kampf gegen Belästigung und Gewalt ein Übereinkommen und eine ergänzende Empfehlung erfordert. Das Gesetz unterstreicht die Notwendigkeit von Massnahmen gegen die Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf die Arbeitswelt anlässlich der Beratungen auf der nächsten IAK, wo die Beiträge der Gewerkschaften von entscheidender Bedeutung sein werden.

Die neuseeländischen Mitgliedsverbände der IUL haben das neue Gesetz als bedeutenden Fortschritt begrüsst. Unite Union bemerkte hierzu: "Wir hatten letztes Jahr Urlaub wegen häuslicher Gewalt für unsere Mitglieder im SkyCity-Kasino ausgehandelt, standen aber vor langjährigen Verhandlungen, um ihn in alle unsere Gewerkschaftsvereinbarungen aufzunehmen. Seine gesetzliche Verankerung as grundlegendes Beschäftigungsrecht wird sicherstellen, dass alle Beschäftigten unverzüglich Zugang dazu haben, und dazu beitragen, das Stigma zu beseitigen, in Fällen häuslicher Gewalt um Unterstützung zu bitten und zu erhalten".

First Union erklärte, sie habe Bestimmungen über häusliche Gewalt für viele ihrer Kollektivvereinbarungen ausgehandelt, aber "Dies wird es uns leichter machen, solche Bedingungen in Kollektivvereinbarungen durchzusetzen, und deshalb bedanken wir uns im Namen unserer Mitglieder, die häusliche Gewalt erfahren haben, und als Organisation, die für die Aufnahme solcher Bestimmungen in Anstellungsverträge gekämpft hat. Die Arbeitgeber haben die Pflicht, ihre Beschäftigten zu schützen, und dies bietet allen Neuseeländerinnen und Neuseeländern einen zusätzlichen Schutz."

Die Fleischarbeitergewerkschaft erklärte: "Häusliche Gewalt betrifft uns alle. Dieses Gesetz weist einen Weg für Opfer, die häufig mit finanziellen Zwängen konfrontiert sind, wenn sie sich aus einer Missbrauchssituation befreien wollen."

Neuseeland verzeichnet eine der höchsten Raten an häuslicher Gewalt unter den entwickelten Ländern.