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Kraft-Foods-Teilung fordert erste Opfer

2 November 2012 News
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"Erwartungsgemäß geht die Aufspaltung von Kraft Foods wieder zu Lasten der Beschäftigten des Konzerns", kritisiert die Gewerkschaft PRO-GE die von Mondelez am 30. Oktober angekündigte Schliessung der Jacobs-Kaffeerösterei in Wien. "Bei Mondelez wird nahtlos fortgesetzt, was bei Kraft Foods seit langem üblich war: Auf nachhaltige Unternehmenspolitik wird zugunsten kurzfristiger Profite am Aktienmarkt verzichtet".

Am 1. November kam eine zweite Ankündigung, diesmal von Mondelez in Kanada: die Keksfabrik in der Ortschaft Etobicoke nahe Toronto soll geschlossen werden. 550 Beschäftigte werden bald ohne Arbeit sein.

Hintergrund der Schließung des Wiener Jacobs-Werks ist laut Unternehmen "die Veränderungen im Konsumverhalten sowie die derzeitige Wettbewerbssituation und das schwierige wirtschaftliche Umfeld". Aber der wahre Hintergrund sind die finanziellen Altlasten von Kraft Foods aus der Übernahme der Biskuitsparte von Danone im Jahr 2007 und von Cadbury im Jahr 2010, die entgegen früherer Ankündigungen fast zur Gänze alleine bei Mondelez bleiben. Und diese Schulden müssen abgebaut werden.

Der Verkauf der Toronto-Liegenschaft an Bauträger, die die Gegend bereits mit Wohngebäuden umgeben haben, würde in dieser Hinsicht helfen. Laut lokalen Behörden hat Mondelez Kanada bereits Schritte unternommen, um die Liegenschaft für Wohnzwecke umzonen zu lassen.

Der IUL-Mitgliedsverband BCTGM stellt mit Besorgnis fest, dass der Großteil der Produktion an nicht-gewerkschaftlich organisierte Dritthersteller und nach Mexico verlagert werden wird. Nur ein kleiner Teil der Produktion wird an die von der BCTGM organisierte Fabrik in Montreal verlagert werden.