Home

IUL-Weltkonferenz der Molkereiarbeiter vereinbart globale Solidarität und Zusammenarbeit

22 March 2010 News
Printer-friendly version

Auf der IUL-Weltkonferenz der Molkereiarbeiter, die vom 9.-12. März in Buenos Aires und Sunchales in Argentinien tagte, versammelten sich 120 Gewerkschaftsvertreter/innen aus 22 Ländern, um für die Lösung der Probleme, von denen die Molkereiarbeiter auf der ganzen Welt gleichermaßen betroffen sind, einen gemeinsamen gewerkschaftlichen Ansatz zu finden und vereint dagegen vorzugehen.

Die Molkereiarbeiter sind überall von den vielfachen Auswirkungen einer beschleunigten horizontalen und vertikalen Konsolidierung und der Konzentration im Einzelhandel betroffen. Das hat zur Folge, dass der Druck entlang der gesamten Produktionskette immer größer wird und sich auf die Arbeitnehmer ebenso auswirkt wie auf die Klein- und Familienbauern; dass die Arbeitsbedingungen und die gewerkschaftliche Organisierung durch Auslagerung, Gelegenheitsarbeit und andere prekäre Arbeitsverhältnisse unterhöhlt werden; und dass die Nachhaltigkeit des Sektors durch Umweltschädigung und Klimawandel gefährdet ist. Die von der argentinischen Molkereiarbeitergewerkschaft ATILRA veranstaltete Konferenz war nicht nur die größte, jemals abgehaltene internationale Versammlung der Molkereiarbeitergewerkschaften, sondern auch insofern einzigartig, als Vertreter der Regierung, Industrie und Kleinbauern anwesend waren.

Die Forschungsarbeit, Bündnisbildung, der Informations- und Erfahrungsaustausch und die Verpflichtung zur gemeinsamen Aktion werden im Laufe des Jahres durch konkrete Gewerkschaftsarbeit weiterentwickelt. Neben den bekannteren transnationalen Agrofood-Konzernen, die gigantische Mengen aus dem Molkereisektor beziehen, nannte die Konferenz den in Neuseeland angesiedelten Molkerei-Transnationalen Fonterra als einen Konzern, der von den Gewerkschaften mit erhöhter internationaler Aufmerksamkeit und Aktion bedacht werden muss. Fonterra betreibt auf dem gesamten amerikanischen Kontinent Joint Ventures mit Nestlé, die Dairy Partners of the Americas (DPA), und weitet seine Präsenz in der Region rasant aus. James Ritchie, der nationale Sekretär der neuseeländischen Molkereiarbeitergewerkschaft NZDWU, warnte, dass Fonterra trotz seiner geringen Bekanntheit in Lateinamerika bereits das größte chilenische Molkereiunternehmen Soprole besitzt, und empfahl, dass die Gewerkschaften Fonterra und seinen DPA-Partner Nestlé weltweit für die Beschäftigungsbedingungen und die Achtung der Gewerkschaftsrechte in ihren Joint Ventures zur Rechenschaft ziehen.

Ein detaillierter Bericht von der Konferenz, darunter Interviews mit vielen Teilnehmer/innen, steht auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Deutsch auf der Website der IUL-Regionalorganisation für Lateinamerika zur Verfügung.