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Mondelez veräussert europäische Marken an Veräusserungsexperten Eurazeo

7 April 2016 News
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Am 31. März kündigte Mondelez offiziell den Verkauf einer Reihen von lokalen europäischen Marken an den in Frankreich ansässigen Private-Equity-Investor Eurazeo an. Angesichts der “Reise” von Mondelez in permanente Umstrukturierung und beschleunigte Veräusserung von Vermögenswerten zur Finanzierung von Dividenden, des Aktienkurses und der Vergütung von Führungskräften sollte die Ankündigung niemanden überraschen.

Im Rahmen dieses Deals wird die Produktion dieser Marken in fünf Fabriken in Frankreich (Marcq-en-Baroeul, Blois, Saint-Genest, Vichy und Strasburg) verlegt, deren Eigentümer und Betreiber Eurazeo sein wird. Die derzeitige Produktion dieser Marken in Spanien und Zentraleuropa wird auf das neue Unternehmen in Frankreich übertragen werden.

Die Mondelez-Fabrik in Valladolid, Spanien, wird geschlossen, was den Abbau von 232 Stellen zur Folge hat.

Mondelez behauptet, dass Eurazeo ein “aktiver langfristiger Investor” ist. Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich um einen Finanzinvestor mit einem Geschäftsmodell, das auf schuldenfinanzierten Übernahmen und einem raschen ‘Veräusserungszyklus’ beruht.

Eurazeo ist kein Lebensmittelkonzern und behauptet das auch nicht – Grundlage seines Geschäfts ist ein komprimierter Zyklus von Übernahmen, die häufig mit umfangreichen Schulden und Desinvestitionen finanziert werden. Auf seiner Website bezeichnet Eurazeo die Veräusserungen der von ihm übernommenen Unternehmen als Teil seines “fortschrittlichen Veräusserungsprogramms”.
Keines der Unternehmen, die diesen Veräusserungszyklus durchlaufen haben und die als “Nachweis einer langjährigen Erfolgsbilanz bei der Führung und Entwicklung von führenden Marken” angeführt werden, ist ein Lebensmittelkonzern. Eurazeos Übernahmen und Veräusserungen reichen von reinen Finanzunternehmen bis zu Nicht-Finanzunternehmen in so verschiedenen Bereichen wie Autovermietung und Parkdienstleistungen, chirurgische Instrumente und Bauwesen.

Langfristiger Investor? Im Jahr 2003 erwarb Eurazeo den französischen Baustoffhersteller Terreal zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Carlyle und stiess seine Investition 2007 wieder ab. Im Jahr 2005 erwarb Eurazeo als Teil eines Konsortiums von Private-Equity-Investoren das Satellitenkommunikationsunternehmen Eutelsat. Im Jahr 2007 verkaufte es seinen Anteil an dem Unternehmen. Im Jahr 2005 kaufte Eurazeo die Hotelkette B&B, die es 2010 wieder abstiess, eine relativ lange Haltedauer, die zweifellos auf die schlechte Verfassung der Weltwirtschaft in diesen Jahren zurückzuführen war. Der Veräusserungszyklus ist alles andere als lang, und viele der Unternehmen, die den Zyklus durchlaufen haben, haben weiterhin mit ihrer Schuldenlast zu kämpfen.

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