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"Nachhaltigkeit" bei Kraft: Wiederverwertung von Wegwerfjobs

24 May 2011 News
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Kraft-Gewerkschaften in aller Welt haben den brutalen Abbau von Dauerarbeitsplätzen für langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Keksfabrik des Unternehmens in Vantaa, Finnland, verurteilt, wo 24 festangestellte Beschäftigte Kündigungsschreiben erhalten haben. Neunzehn von ihnen ist mitgeteilt worden, dass sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können - auf Abrufbasis ohne garantierte Arbeitsstunden.

Anlässlich eines Treffens vom 10. bis 11. Mai in Akersberga, Schweden, haben Gewerkschaftsvertreter/innen aus Afrika, Europa, Lateinamerika und Nordamerika die geplante Streichung der Dauerarbeitsverhältnisse und das zynische "Angebot" an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, als prekäre "vertragslose"-Beschäftigte zur Arbeit zurückzukehren, angeprangert. Von den 24 Entlassenen gehören 21 der Lebensmittelarbeiter/innengewerkschaft SEL an; Zweidrittel von ihnen sind Frauen; viele von ihnen sind seit langem bei dem Unternehmen beschäftigt, in einem Fall seit 35 Jahren.

Da 5 "vertragslose" Mitarbeiter/innen schon vor den Kündigungen tätig waren, hätten rund 25% der in der Produktion und im Verpackungsbereich Beschäftigten, wenn die entlassenen Arbeitnehmer/innen das Angebot annähmen, kein festes Arbeitsverhältnis mehr.

Kraft brüstet sich mit seinen Erfolgen bei der Abfallreduzierung und -verwertung  als wesentlicher Teil seines "Nachhaltigkeits"programms, in punkto Beschäftigung schafft das Unternehmen dagegen Wegwerfjobs, die es täglich recycelt: keine Arbeit, kein Geld, keine Leistungen.

Der Generalsekretär der IUL hat die jüngste Attacke auf menschenwürdige Arbeitsplätze als eine weitere in einer langen Reihe von Attacken auf die Beschäftigten verurteilt, die zu dem profitablen Wachstum des Unternehmens beigetragen haben, aber jetzt den Preis für die steigenden Ausschüttungen an die Investoren zahlen müssen. "Dies ist das Unternehmen", so Oswald, "das in den 4 Jahren von 2004 bis 2008 nahezu 19 000 Arbeitsplätze abgebaut hat, um steigende Dividenden und Aktienrückkäufe bezahlen zu können. Der Appetit der Investoren hat, so scheint es, nach der Übernahme von Cadbury weiter zugenommen, während Kraft es sich in seiner Rolle als "globales Snack-Powerhouse"bequem macht und von denjenigen zehrt, die die Snacks herstellen".

Die Teilnehmer des Treffens sagten den finnischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und den Kraft-Gewerkschaften weltweit in ihrem Kampf gegen den Abbau von Arbeitsplätzen trotz steigender Gewinne des Unternehmens ihre volle Unterstützung zu.