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Gewerkschaftliche Instrumente zur Bekämpfung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt

25 November 2019 News
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Die Annahme eines internationalen Übereinkommens (Ü.190) und der zugehörigen Empfehlung (E. 206) über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt ist ein Sieg für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der ganzen Welt, ungeachtet des Sektors, in dem sie tätig sind, oder ihrer Stellung. Die Arbeitgebergruppe, die Arbeitnehmergruppe und die Mitgliedstaaten der IAO sind sich darin einig gewesen, dass belästigt zu werden und Gewalt ausgesetzt zu sein, Tatbestände sind, die ausnahmslos bekämpft werden müssen. Am Arbeitsplatz oder auch bei gesellschaftlichen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Arbeit keine Angst mehr haben zu müssen, kann die Art und Weise, wie eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer ihr/sein berufliches Umfeld wahrnimmt, verändern und ihr/sein Leben erheblich verbessern. Die Arbeitgeber tragen Verantwortung dafür. Jetzt gilt es, die Bestimmungen dieser Instrumente umzusetzen.

Die IUL hat zusammen mit IndustriALL, UNI Global Union, dem Internationalen Bund der Hausangestellten (IDWF), der Internationale der öffentlichen Dienste (IÖD) und der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) ein gemeinsames Logo sowie eine Informationsbroschüre zum Ü.190 und zur E. 206 entwickelt. Die Schlüsselbotschaft lautet, dass das Ü.190 Leben verändern kann, insbesondere das der Frauen. Abgesehen von der notwendigen Ratifizierung des Übereinkommens durch die Staaten können die Gewerkschaften im Rahmen von Kollektivverhandlungen schon jetzt Bestimmungen oder Massnahmen auf Basis der Formulierungen des Ü.190 und der E.206 aushandeln, um ein Arbeitsumfeld ohne Gewalt und Belästigung zu schaffen.

Das Logo und die Broschüre werden am 25. November, dem Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, lanciert werden. Die der IUL angeschlossenen Organisationen werden ermutigt, diese Instrumente zu nutzen. Dies gilt insbesondere für den HRCT-Sektor. Der Kampf gegen sexuelle Belästigung gehört zu den Prioritäten des Vorstands der HRCT-Branchegruppe, und auf seiner letzten Tagung in Boston hat der Vorstand die IUL-Mitgliedsverbände im HRCT-Sektor dazu aufgerufen, an eben diesem 25. November aktiv zu werden, um die Politik der IUL gegen diese Geissel, insbesondere in den Marriott-Hotels, der grössten internationalen Hotelkette, zu fördern. Diese Aktionen sind Teil der weltweiten Marriott-Kampagne mit dem Ziel, eine formelle Verpflichtung dieses Konzerns zur Bekämpfung von sexueller Belästigung zu erlangen, sowie der IUL-Kampagne für Housekeeping-Kräfte.  

Weitere in Zusammenarbeit mit den genannten internationalen Gewerkschaftsbünden erstellte Materialien werden folgen, darunter 16 Schlüsselbotschaften zum Ü.190, die im gesamten Verlauf der 16 Aktivismus-Tage im Anschluss an den 25. November gepostet werden. Auch ein Video zum Ü.190 wird verbreitet werden, desgleichen detailliertere Materialien im Jahr 2020. Alle diese Materialien werden den Mitgliedsverbänden der IUL selbstverständlich zur Verfügung gestellt werden.